Googles Produktkarussells verschwinden in Europa. Was jetzt zu tun ist.
Mit dem Digital Markets Act ersetzt ein neuer Block mit Vergleichsportalen die organischen Produktkarussells im EWR. Was sich geändert hat, wen es betrifft und wie Sie sichtbar bleiben.
- Organische Produktkarussells sind in der Google-Suche im EWR weitgehend verschwunden.
- Ein neuer Block schickt Käufer jetzt zuerst zu Vergleichsportalen, darunter Google Shopping.
- In Vergleichsportalen gelistet zu sein, gehört jetzt dazu, um in der europäischen Suche sichtbar zu bleiben.
Was sich geändert hat
Jahrelang zeigte eine Produktsuche bei Google ein Karussell „beliebter Produkte“: Bilder, Preise und Shops, einen Klick von der Produktseite entfernt. Im September 2026 ist dieses Karussell in den Suchergebnissen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum weitgehend verschwunden.
- DEFINITION Comparison Shopping Service (CSS)
- Ein Vergleichsportal, das Produkte vieler Shops listet. In Google Shopping können CSS-Partner die Produkte von Händlern in deren Auftrag in den Shopping-Ergebnissen platzieren.
An seiner Stelle steht ein neuer Block mit Preisvergleichsdiensten, den Google Aggregator-Bereich nennt. Er listet mehrere Dienste jeweils in einer eigenen Zeile auf; einer davon ist standardmäßig ausgeklappt. In einer SISTRIX-Studie zu sieben EU-Ländern war Google Shopping der häufigste davon, und in Deutschland lautete die Überschrift mal „Vergleichsportale“, mal nannte sie die Produktkategorie. Ein Klick auf ein Produkt führt Käufer zuerst zu diesem Dienst, einem Vergleichsportal oder google.com/shopping, und von dort zum Shop.
| Vorher | Jetzt · EWR | |
|---|---|---|
| Was Käufer sehen | Produktkarussell | Block mit Vergleichsportalen |
| Der erste Klick führt zu | Einer Google-Produktansicht oder dem Shop | Dem Vergleichsportal oder, in Googles Zeile, google.com/shopping |
| Herkunft des Eintrags | Googles Shopping Graph | Die Produktdaten jedes Dienstes, einschließlich Google Shopping |
| So bleiben Sie sichtbar | Merchant-Center-Feed | In Vergleichsportalen gelistet sein, auch bei Google Shopping über das Merchant Center |
Warum das passiert
Die Änderung folgt dem Digital Markets Act der EU, der großen Plattformen verbietet, eigene Dienste zu bevorzugen. Im Juli 2026 verhängte die Europäische Kommission eine Geldbuße gegen Google, weil eigene Shopping-Ergebnisse prominenter dargestellt wurden als Vergleichsdienste Dritter. Googles Neugestaltung der EWR-Suchergebnisse, ausgerollt im September, ist die Antwort darauf.
Es ist der jüngste Schritt einer langen Geschichte. 2017 verhängte die Kommission gegen Google eine Geldbuße von 2,42 Mrd. €, weil der eigene Preisvergleichsdienst bevorzugt wurde – daraus entstand das CSS-Programm für Shopping-Anzeigen. Im September 2023 wurde Google als DMA-Gatekeeper benannt, im März 2024 leitete die Kommission ein Verfahren wegen Nichteinhaltung ein und übermittelte im März 2025 vorläufige Ergebnisse. Am 23. Juli 2026 verhängte sie eine Geldbuße von 460 Mio. € wegen Selbstbevorzugung in der Suche.
Vergleichsdienste sind in Europa kein Nebenkanal mehr. Sie stehen jetzt dort, wo früher Googles Produktkarussell war.
Wen es betrifft
Jeden Händler, der auf organische Produktsichtbarkeit in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Belgien, den nordischen Ländern oder einem anderen EWR-Markt gesetzt hat. Großbritannien und die Schweiz liegen außerhalb des EWR und sind vorerst nicht betroffen.
- Spanien (EWR · betroffen)
- Portugal (EWR · betroffen)
- Frankreich (EWR · betroffen)
- Italien (EWR · betroffen)
- Deutschland (EWR · betroffen)
- Österreich (EWR · betroffen)
- Belgien (EWR · betroffen)
- Niederlande (EWR · betroffen)
- Dänemark (EWR · betroffen)
- Schweden (EWR · betroffen)
- Finnland (EWR · betroffen)
- Polen (EWR · betroffen)
- Vereinigtes Königreich (Außerhalb des EWR · vorerst nicht betroffen)
- Schweiz (Außerhalb des EWR · vorerst nicht betroffen)
Wenn Sie im EWR verkaufen, läuft Ihre organische Produktsichtbarkeit jetzt über Vergleichsportale.
Was das für Shopping-Anzeigen bedeutet
Die Änderung betrifft organische Produktergebnisse. Bezahlte Shopping-Anzeigen laufen weiter über das Merchant Center und das CSS-Programm, in dem unabhängige Vergleichsdienste bereits in derselben Auktion mit Google Shopping konkurrieren. Anzeigen über einen unabhängigen CSS bringen das volle Gebot in die Auktion – ein Vorteil, der häufig mit bis zu 20 % beziffert wird.
Was sich ändert, ist die Seite rund um diese Anzeigen. Ohne das organische Karussell konkurrieren der Block mit Vergleichsportalen und die Anzeigen um die Aufmerksamkeit der Käufer – dort, wo früher die Produktergebnisse standen.
So messen Sie die Auswirkungen
| Kennzahl | Wo Sie es finden | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Organische Produktklicks | Merchant-Center-Leistung, kostenlose Einträge | Ein Rückgang ab Mitte September in EWR-Märkten |
| Klicks nach Markt | Merchant Center, nach Land gefiltert | Welche Märkte am meisten verloren haben |
| Referral-Traffic | Ihre Analytics, nach Quelle | Neue Besuche von Vergleichsportalen |
| Anteil der Shopping-Anzeigen | Google-Ads-Anteil an möglichen Impressionen | Veränderungen im Wettbewerb um bezahlte Platzierungen |
Vergleichen Sie jeden EWR-Markt mit Großbritannien oder der Schweiz, falls Sie dort verkaufen. Beide liegen außerhalb des EWR und dienen so als Kontrollgruppe für dieselben Wochen.
Was Sie jetzt tun können
- Beobachten Sie Ihre organischen Klicks im EWR. Vergleichen Sie die Merchant-Center-Leistung vor und nach Mitte September, Markt für Markt.
- Lassen Sie sich in Vergleichsportalen listen. Sie sind jetzt der Zugang zu dem Platz, den früher die Karussells belegten.
- Halten Sie Ihre Produktdaten sauber. Genaue Titel, Preise und Bestände zählen mehr, wenn Käufer einen Klick tiefer vergleichen.
Kurze Antworten
Betrifft das Google-Shopping-Anzeigen?
Diese Änderung betrifft organische Produktergebnisse. Bezahlte Shopping-Anzeigen laufen weiter über das Merchant Center und CSS-Partner. Im Juli 2026 erklärte die Kommission, dass sie auch die Änderungen prüft, die Google an der Darstellung von Shopping-Anzeigen vorgeschlagen und zu testen begonnen hat.
Ist Großbritannien betroffen?
Nein. Großbritannien und die Schweiz liegen außerhalb des EWR, dort ändern sich die Suchergebnisse vorerst nicht.
Wie komme ich in Googles Block mit Vergleichsportalen?
Indem Sie in den Vergleichsportalen gelistet sind, die dort erscheinen. Die Listung auf Komparoos nativen Portalen ist kostenlos.
Kommt das Karussell zurück?
Nicht in seiner alten Form, solange die DMA-Regeln gelten. Google kann das Layout weiter anpassen, während die Kommission die Einhaltung prüft.
Muss ich mein Merchant-Center-Setup ändern?
Nein. Ihr Feed speist weiterhin die Shopping-Anzeigen, und Vergleichsportale können dieselben Produktdaten nutzen.
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Quellen: Europäische Kommission (DMA-Beschlüsse vom 23. Juli 2026, Pressemitteilung IP/26/1670), Europäische Kommission (Pressemitteilung IP/17/1784), Google Search Central (Aggregator-Bereich), SISTRIX (Googles EU-Vergleichsbox, 14. Oktober 2026), Productrise (Tracking der Produktkarussells im EWR, September 2026), Google Merchant Center-Hilfe (Preisvergleichsportale).